B3 SoWi kommt wieder!

Status:
Mit Änderungen angenommen

Im Schatten der Corona-Pandemie entstanden im Schulministerium unter Yvonne Gebauer statt Ideen für ein gutes schulpolitisches Krisenmanagement vor allem Pläne, um neoliberale Ideologie zu Lasten politischer Bildung in unsere Schulen zu bekommen.

Nachdem durch die Schwarz-Gelbe Landesregierung bereits zum Schuljahr 2019/20 das Fach Sozialwissenschaften in der Sekundarstufe I aus dem Lehrplan der Gymnasien gestrichen und durch Wirtschaft/Politik ersetzt wurde und selbiges zum Schuljahr 2020/21 für alle weiterführenden Schulen galt, hat sie nun schließlich der politischen Bildung in NRW endgültig den Kampf angesagt: Das Fach Sozialwissenschaften wurde aus der Lehramtszulassungsverordnung des Landes restlos gestrichen und durch das Fach Wirtschaft/Politik ersetzt.

Interdisziplinäre Ansätze, soziologische Einordnung von Sachverhalten und kritisches Hinterfragen vorhandener Strukturen fallen als „Verbraucherkompetenzen“ verpackten neoliberalen Idealen zum Opfer. Schüler*innen sollen auf ein möglichst marktkonformes Leben und ihre Funktion im gesellschaftlichen Getriebe vorbereitet werden.

Die Ökonomisierung der Lerninhalte ist nach der Ansicht von Schwarz-Gelb offenbar nicht nur wichtiger als die Ausweitung politischer Bildung, sondern sie ist es sogar Wert, das wirksamste Mittel gegen antidemokratische Bewegungen und gesellschaftliche Radikalisierung – das in Zeiten von AFD und Querdenker*innen wichtiger als je zuvor seit dem Bestehen der Bundesrepublik ist – einfach mal zusammenzustreichen. Demokratie lebt von starken Demokrat*innen, die ihre Begeisterung dafür meist in der politischen Bildungsarbeit entdecken.

Darüber hinaus sind durch diese Entscheidungen Schüler*innen, Eltern, Lehrkräfte und Lehramtsstudierende vor vollendete Tatsachen und undurchdachte Konzepte gestellt worden: Pädagogisch macht die Auflösung der interdisziplinären Bearbeitung im Fach Sozialwissenschaften keinen Sinn, organisatorisch wurde mit lauter ungeklärten Fragen Verwirrung, insbesondere für Lehramtsstudierende gestiftet.

Wir als Jungsozialist*innen und Sozialdemokrat*innen lassen CDU und FDP diese Strategie auf Kosten der Grundlagen unserer Demokratie nicht durchgehen.

Es braucht mehr demokratische Bildung – NICHT WENIGER!

Deshalb fordern wir:

  • Die sofortige Wiedereinführung des Schulfaches Sozialwissenschaften als interdisziplinäres Fach in der Sekundarstufe I aller weiterführenden Schulen in NRW.
  • Die Abschaffung des Schulfaches Wirtschaft/Politik.
  • Eine entsprechende Anpassung in der LZV NRW.
  • Eine klare Übergangsregelung für die Schüler*innen und Lehramtsstudierenden, die von den Spielchen der Schwarz-Gelben Regierung betroffen waren.
  • Die Ausweitung der politischen und demokratischen Bildung in Schule.
Änderungsanträge
Status Kürzel Zeile AntragstellerInnen Text PDF
Angenommen Ä5 zum B3 4 UB Münster Ersetze Z.4-7 bis „schließlich“ durch „Zunächst reduzierte die Schwarz-Gelbe Landesregierung das Angebot der sozialwissenschaftlichen Bildung an NRWs Schulen, in dem das neue Fach Wirtschaft und Politik eingesetzt wurde. Für Schüler*innen an Gymnasien und Gesamtschulen hieß dies schon eine erhebliche Einschränkung des Fachangebotes, doch nun scheint Yvonne Gebauer“
Angenommen Ä6 zum B3 11 UB Münster Ergänze in Z.11 nach „fallen“ „im neu geschaffenen Unterrichtsfach“
Angenommen Ä3 zum B3 23 UB Ennepe-Ruhr Ergänze in Z. 23 nach „gestiftet“: „Daher setzten wir uns für eine konzeptionell durchdachte und langfristig geplante Wiedereinführung des Faches Sozialwissenschaften ein, damit die Schüler*innen, Eltern, Lehrkräfte und Lehramtsstudierende nicht erneut vor vollendete Tatsachen gestellt werden.“  
Angenommen Ä7 zum B3 28 UB Münster Ersetze Z.28-29 durch „Die Wiedereinführung des Schulfaches Sozialwissenschaften an allen Schulen, die bisher das Fach anboten“
Angenommen Ä4 zum B3 30 UB Ennepe-Ruhr Ersetzte Z. 30 durch: „Langfristig fordern wir eine geplante Abschaffung des neu eingeführten Faches Wirtschaft/Politik“
Erledigt Ä9 zum B3 30 UB Dortmund Zeile 30 streichen
(noch) nicht behandelt Ä1 zum B3 34 KV Warendorf ergänze nach Zeile 34: "- Entsprechende Aufklärung der Schüler*innen, wie und wieso der mehrfache Wechsel der Fächerkonstellation zustande gekommen ist und warum die Unterrichtung von Sozialwissenschaften essenziell wichtig in der Schulbildung ist."
Angenommen Ä8 zum B3 34 UB Münster Ersetze Z.34 durch „Die Überarbeitung sozialwissenschaftlicher Fächerangebote für jene Schüler*innen, die ihre politische Bildung zuvor vor allem durch Fächer wie GL (Gesellschaftslehre) an Haupt- und Realschulen erhielten. Denn noch immer ist Realität, dass an Schulen, die keine Option auf ein Abitur anbieten politische Bildung besonders kurz kommt. 
Text des Beschlusses:

Im Schatten der Corona-Pandemie entstanden im Schulministerium unter Yvonne Gebauer statt Ideen für ein gutes schulpolitisches Krisenmanagement vor allem Pläne, um neoliberale Ideologie zu Lasten politischer Bildung in unsere Schulen zu bekommen.

Zunächst reduzierte die Schwarz-Gelbe Landesregierung das Angebot der sozialwissenschaftlichen Bildung an NRWs Schulen, in dem das neue Fach Wirtschaft und Politik eingesetzt wurde. Für Schüler*innen an Gymnasien und Gesamtschulen hieß dies schon eine erhebliche Einschränkung des Fachangebotes, doch nun scheint Yvonne Gebauer der politischen Bildung in NRW endgültig den Kampf angesagt zu haben: Das Fach Sozialwissenschaften wurde aus der Lehramtszulassungsverordnung des Landes restlos gestrichen und durch das Fach Wirtschaft/Politik ersetzt.

Interdisziplinäre Ansätze, soziologische Einordnung von Sachverhalten und kritisches Hinterfragen vorhandener Strukturen fallen im neu geschaffenen Unterrichtsfach als „Verbraucherkompetenzen“ verpackten neoliberalen Idealen zum Opfer. Schüler*innen sollen auf ein möglichst marktkonformes Leben und ihre Funktion im gesellschaftlichen Getriebe vorbereitet werden.

Die Ökonomisierung der Lerninhalte ist nach der Ansicht von Schwarz-Gelb offenbar nicht nur wichtiger als die Ausweitung politischer Bildung, sondern sie ist es sogar Wert, das wirksamste Mittel gegen antidemokratische Bewegungen und gesellschaftliche Radikalisierung – das in Zeiten von AFD und Querdenker*innen wichtiger als je zuvor seit dem Bestehen der Bundesrepublik ist – einfach mal zusammenzustreichen. Demokratie lebt von starken Demokrat*innen, die ihre Begeisterung dafür meist in der politischen Bildungsarbeit entdecken.

Darüber hinaus sind durch diese Entscheidungen Schüler*innen, Eltern, Lehrkräfte und Lehramtsstudierende vor vollendete Tatsachen und undurchdachte Konzepte gestellt worden: Pädagogisch macht die Auflösung der interdisziplinären Bearbeitung im Fach Sozialwissenschaften keinen Sinn, organisatorisch wurde mit lauter ungeklärten Fragen Verwirrung, insbesondere für Lehramtsstudierende gestiftet. Daher setzten wir uns für eine konzeptionell durchdachte und langfristig geplante Wiedereinführung des Faches Sozialwissenschaften ein, damit die Schüler*innen, Eltern, Lehrkräfte und Lehramtsstudierende nicht erneut vor vollendete Tatsachen gestellt werden. 

Wir als Jungsozialist*innen und Sozialdemokrat*innen lassen CDU und FDP diese Strategie auf Kosten der Grundlagen unserer Demokratie nicht durchgehen.

Es braucht mehr demokratische Bildung – NICHT WENIGER!

Deshalb fordern wir:

  • Die Wiedereinführung des Schulfaches Sozialwissenschaften an allen Schulen, die bisher das Fach anboten.
  • Langfristig fordern wir eine geplante Abschaffung des neu eingeführten Faches Wirtschaft/Politik.
  • Eine entsprechende Anpassung in der LZV NRW.
  • Eine klare Übergangsregelung für die Schüler*innen und Lehramtsstudierenden, die von den Spielchen der Schwarz-Gelben Regierung betroffen waren.
  • Die Überarbeitung sozialwissenschaftlicher Fächerangebote für jene Schüler*innen, die ihre politische Bildung zuvor vor allem durch Fächer wie GL (Gesellschaftslehre) an Haupt- und Realschulen erhielten. Denn noch immer ist Realität, dass an Schulen, die keine Option auf ein Abitur anbieten politische Bildung besonders kurz kommt. 
Beschluss-PDF: